mdr.de: Mit dem TWIKE zum Gottesdienst im Osternienburger Land

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mdr.de, 18.09.2022

Der Pfarrer der Gemeinde Osternienburger Land ist in seinem Pfarrbereich mit einem besonderenn Gefährt unterwegs. Wenn also am Sonntagmorgen die Kirchenglocken läuten, steht vor der Kirche in Elsnigk ein dreirädriges Elektromobil. Denn der Pfarrer fährt nicht mit dem Auto, sondern mit seinem TWIKE zum Gottesdienst. Eine umweltfreundliche Alternative, findet der Kirchenmann, der jede Woche mehrere hundert Kilometer zurücklegt. Jana Müller hat eine TWIKE-Runde mit ihm gedreht.

Von wegen Tür auf, reinsetzen und los: Schon das Einsteigen ins TWIKE von Pfarrer Dankmar Pahlings aus Osternienburg ist ein kleines Abenteuer. "Den linken Fuß auf diese Strebe stellen, an der Außenwand festhalten und sich dann in den Sitz gleiten lassen." Und dann sitze ich drin, in dem kleinen dreirädrigen Leicht-Elektromobil, bei dem man die Füße nach vorn ausstreckt, um in die Pedale zu treten. Denn das TWIKE ist ein Hybrid, ähnlich einem Elektrofahrrad, ausgestattet mit einem Elektro-Motor, den man durchs Treten in die Pedale unterstützen kann. So kommt man mit einer Akkuladung etwas weiter, sagt Dankmar Pahlings, und tut gleichzeitig etwas für seine Fitness und das macht der Pfarrer mehrmals am Tag.

 

Eine große Gemeinde

Sechs Kirchen gehören zum Pfarrbezirk Osternienburg, in allen finden Gottesdienste statt, in unterschiedlicher Regelmäßigkeit, wie Pfarrer Pahlings sagt, doch: "Die Aufgabe des Pfarrers ist natürlich für die Menschen da zu sein, in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Man besucht die Gemeindemitglieder zum Geburtstag oder trifft sich mit Paaren, die heiraten wollen. Da ist man natürlich ganz schön unterwegs" (Dankmar Pahlings, Pfarrer Osternienburg).

Hinzu kommen die fast täglichen Fahrten nach Dessau, wo Pahlings neben seiner Pfarrtätigkeit als Krankenhausseelsorger tätig ist. Da kommen pro Woche schnell mehrere hundert Kilometer zusammen.

 

Die Wege für Pfarrer werden weiter

Dass Pfarrer und Pfarrerinnen für immer größere Bereiche zuständig sind, bestätigt auch Johannes Killyen, Pressesprecher der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Zum Pfarrbezirk Osternienburg gehörten heute zwar dieselben Kirchengemeinden wie vor 20 Jahren. Allerdings wurde die Region lange Zeit mit einer ganzen Pfarrstelle betreut, während Pfarrer Pahlings nur eine halbe Stelle habe. Noch deutlicher sei die Entwicklung bei den Kirchengemeinden Bobbau-Wolfen-Nord, Thurland, Raguhn, Priorau-Schierau und Jeßnitz. Noch vor drei Jahren waren hier drei Pfarrer im Einsatz, heute ist es noch einer. Derzeit seien etwa 40 Pfarrer und Pfarrerinnen für die 210 Gotteshäuser der Landeskirche Anhalt zuständig. Killyen wies aber darauf hin, dass die Pfarrer von Mitarbeitern aus den Bereichen Kirchenmusik, Gemeindepädagogik und Verwaltung unterstützt werden.

Seit etwa zweieinhalb Jahren fährt Pahlings den Großteil der Strecken mit dem TWIKE und leistet so seinen Beitrag zum Umweltschutz. "Meine Frau und ich sind der Meinung, dass es eine andere Form der Mobilität braucht, dass sich doch dringend etwas ändern muss."

 

Eine umweltfreundliche Alternative

"Im Vergleich zu einem Verbrennungsauto verbraucht das TWIKE viel weniger Energie. Und selbst im Vergleich zu einem normalen Elektroauto, das ja einfach viel schwerer ist. Da muss man fast zwei Tonnen bewegen, wovon ich ja nur 90 Kilo auf die Waage bringe. Und der Rest, den man hin und her fährt, ist Motor, Akku oder Tank und sehr viel Blech. Das ist beim TWIKE anders, das besteht zum großen Teil aus Kunststoff." Etwas über 300 Kilo wiegt das TWIKE, schafft mit einer Akkuladung von etwa sechs Kilowattstunden, 80 Kilometer Strecke.

Das ideale Gefährt für Dankmar Pahlings, der mit dem TWIKE auch schon mal über die Bundesstraßen düst. "Ich dürfte auch auf der A9 fahren. Das habe ich aber noch nicht gemacht und habe es auch nicht vor. Wenn man da so 70 km/h fährt, das wäre nicht ratsam."

Wann das TWIKE stehen bleibt

Und auch, wenn es schneit, lässt der Pfarrer das TWIKE lieber stehen. Das Vorderrad in der Mitte des Fahrzeuges würde dann leider im Schnee stecken bleiben. Doch so oft schneit es ja nicht in Osternienburg, sagt Dankmar Pahlings. Er schließt das Verdeck und düst mit mir eine Runde um die Kirche. Und eins verrate ich Ihnen: Im TWIKE fühlen sich 30 km/h wahnsinnig schnell an.

vor 2 Monaten

4 Comments

  1. Danke für die Aufklärung zum Differential. Ich hatte mich schon über den geringen Reifenabrieb gewundert. Jedenfalls gab es nie Schlupf auf Eis oder hartgefahrenem Schnee.

    Bei der von Nutzern anerkannten Leistungsfähigkeit des TWIKE 3 ist mir allerdings nicht klar, was dafür spricht, die Produktion des Erfolgsmodells einzustellen. Ein paar praktikable Verbesserungen könnten noch verwirklicht werden.

  2. Noch was zum Schnee: das TWIKE 3 ist mit seiner starren Hinterachse gegenüber Fahrzeugen mit Differential im Vorteil, denn es kann nie ein einziges Rad auf Kosten des gesamten Vortriebs durchdrehen. Ich hatte mehrmals das Vergnügen, als es im Winter noch Schnee gab.

    Wolfgang Gerster.

    1. Das TWIKE (auch das 3) besitzt ein Differentialgetriebe. Ohne solches wäre eine Kurvenfahrt kam möglich. Tatsächlich hat aber auch schon das TWIKE 3 aufgrund des antriebsnahen Schwerpunktes eine gute Traktion. Auch trägt die Programmierung der „Anfahrrampen“ des Wechselrichters dazu bei, dass die Räder nicht wahllos durchdrehen. Beim neuen TWIKE 5 wird dies ergänzt werden um Regelschleifen, welche einen drohenden Drehmomentsprung noch vor dem Schlupf des Rades erkennen.

  3. Letzte Woche hatte ich mit meinem TWIKE auf der A5 einen LKW vor mir, der mit 70 km/h unterwegs war. Den habe ich überholt, weil die LKWs hinter mir das wegen Überholverbot für LKW auch nicht lustig fanden.
    Den ’normalschnellen‘ LKW kann ich gut hinterherfahren. Erst bei 92 km/h oder heftiger Steigung muss ich abreissen lassen.
    Ohne den Windschatten, der 40 m hinter dem LKW noch gut spürbat ist, sind es dann auch noch 80-85. Und mein Durchschnittsverbrauch liegt bei 6 kWh/100km, wobei ich dazusagen muss, dass weder mein TWIKE 300 kg, noch ich 90 kg auf die Waage bringe und ich hinten keine Breitreifen habe.
    Was in der Tat unangenehm ist, sind zwei ausgefahrene Spuren in angefrorenem Schneematsch. Neuschnee dagegen macht Laune, wenn der Akku voll genug ist (getestet bis 10 cm).

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