TWIKE Testfahrt in Rosenthal

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TWIKE – DIE Antwort auf regionale Mobilität (1/2)

Wie in dem Artikel gestern schon angekündigt kommt heute der zweite Artikel der Serie Mobilität in der Zukunft heraus.
Am Samstag, den 09.02.2019 waren wir zur „Probefahrt“ im mittelhessischen Rosenthal beim Hersteller- und was soll ich sagen, ich bin vollends begeistert…

Wir hatten für nachmittags einen Termin zur „Probefahrt“ des TWIKE 3 und des Prototyps „Twike 4“. Bei der Recherche für ein Elektroauto für mich bin ich durch Zufall auf eine Internetseite gestoßen, auf der fast alle der Fotos Fahrzeuge zeigten, die mit KB beginnen (Landkreis Waldeck-Frankenberg). Das machte mich stutzig. Sollte es einen Hersteller von Elektroautos geben, der in Reichweite eines Elektroakkus sein sollte?
Ich konnte auf der Internetseite twike.com keine Informationen über die Fahrzeugpreise finden, geschweige denn irgendwo ein aktuelles Angebot für ein gebrauchtes Fahrzeug finden, obwohl diese Fahrzeuge schon seit 1996 gebaut werden, und schon über 1700 Fahrzeuge verkauft wurden. Auch sagte mir der Ortsname „Rosenthal“ nichts. Auf Youtube habe ich aber einige vielversprechende Videos gefunden. Auf der Impressumseite habe ich dann die Postleitzahl 35119 und die Telefonnummer, die mit 06458 beginnt, gefunden, es ist wirklich so: von uns aus ist Rosenthal tatsächlich nur 55 Minuten entfernt.


Meine erste Hürde war die Kontaktaufnahme: Ich habe es zu mehreren Tageszeiten und Tagen versucht und konnte niemanden erreichen- es ging niemand dran- sollte das Unternehmen nicht mehr existieren? Ich versuchte es per Mail und… bekam Antwort! Nach vielen E-Mails hin und her und dem Problem meines sehr engen Terminkalenders konnte ich kurzfristig für eine Probefahrt einen Termin ausmachen. Da meine Kinder daran kein Interesse zeigten, dieselte ich also nur mit meiner Frau nach Rosenthal.

Ich habe mich vorab über die Stadt Rosenthal und die Sehenswürdigkeiten, lokalen Betriebe informiert- auch hier kein einzige Hinweis auf TWIKE. Das war mir doch alles sehr suspekt. Auf der Fahrt dahin ist mir klar geworden, dass ich schon sehr oft ganz in der Nähe gewesen bin- aber noch nie in Rosenthal. Die Stadt liegt zwischen Korbach und Marburg im wunderschönen Mittelhessen!

Bei der Anfahrt habe ich ebenfalls keine Beschilderung gesehen, die auf irgendeine Weise auf TWIKE aufmerksam gemacht hat, an der Abbiegung in die Straße bin ich prompt vorbeigefahren. Ich hatte eigentlich etwas anderes erwartet – ein Industriegebiet oder ähnliches.

In der Straße wusste ich aber sofort, wo wir hin müssen, das (Privat-)Haus mit angeschlossener Werkstatt+Lager+Ausstellungsraum sticht aus den anderen Häusern der Straße deutlich hervor. An der Stelle ist mir klar geworden, dass hier Öko großgeschrieben wird und nicht nur Greewashingbetrieben wird (also nur vorgegeben wird, ökologisch zu sein)- hier wird Ökologie gelebt. Im Moment wird ein Teil des Gebäudes umgebaut.

Wir wurden freundlich von Herrn Moescheid und seiner Hündin begrüßt- wie mir später erst klar wurde, ist dies der Geschäftsführer der FINE Mobile GmbH, dem Hersteller des Twikes. Er hat uns kurz was über das Twike 3 und dem Prototypen Twike 4 erklärt und dann ging es auch schon los.

Durch die vielen Infos, die ich mir mühsam auf Youtube und der Internetseite zusammengetragen habe (und später auch per E-Mail bekam), wusste ich schon, dass ein Twike nicht ohne Fahrertraining gefahren werden kann- ein Twike hat nämlich kein Lenkrad. Ein Fahrertraining hatten wir nicht gebucht, also wurden wir gefahren. Mir ging es erst einmal darum, ob ich überhaupt darin sitzen kann- weil ich ja so groß bin.

Um vorzugreifen: Mit Sitzschienenverlängerung oder dem Versetzen der Anschlagschraube der Sitzschiene ist dies möglich- ein entscheidender Vorteil gegenüber manch anderen Fahrzeugen.

Das Twike 3 ist ein Fahrzeug, dass sich am besten mit einer Paarung aus einem Liegefahrrad und einem echt bequemen Auto beschreiben lässt. Das besondere dabei ist der Antrieb: es gibt nicht nur einen Elektromotor, sondern auch den manuellen Antrieb- man kann (muss aber nicht) treten. Das geniale gegenüber anderen Lösungen: Durch das Treten wird nicht die Geschwindigkeit beeinflusst oder der Motor unterstützt, sondern der Akku entlastet. Dadurch wird die Reichweite erhöht. Der Reichweitenrekord auf der Straße(!) liegt hier bei 613km mit einer Akkuladung. Vergleicht man dies mit anderen Fahrzeugen finde ich diese Leistung ernorm, ist aber auch kein Wunder, denn das Twike 3 würde als Benziner lediglich 0,5l/100km benötigen.

Aber nun zur Probefahrt: Das Twike 3 eignet sich nicht für Personen, die beim Ein- bzw Aussteigen Schwierigkeiten haben, oder auf Grund von zu enger Kleidung keine großen Schritte machen können. Es ist erforderlich, mit einem Bein auf die Aluminium-Querstange zu treten und den Rest des Körpers dann in das Fahrzeug hineinzubefördern, was bei meinem ersten Versuch bestimmt sehr lustig ausgesehen hat. Sitzt man aber erst darin, verfliegt dieses Gefühl sofort. Reflexartig habe ich beim Schließen des Verdecks den Kopf eingezogen, was überhaupt nicht erforderlich war. Endlich mal ein Fahrzeug, bei dem ich oberhalb meines Kopfes noch Platz habe. Kleinere Personen können von der Panoramascheibe noch profitieren, bei meiner Größe ist das leider nicht mehr in dem gleichen Maße möglich.
Und dann ging es los. Ich habe ja schon öfter mit Elektroantrieben zu tun gehabt, ich war ja darauf gefasst, dass es leise ist. Es ist aber was anderes, wenn man damit fährt, oder Elektromotoren im Stand beobachtet.
Zum Beschleunigungsverhalten:
Bei unserem Gespräch später hat uns Herr Moescheid erklärt, dass ein Twike 3 pro Rad in etwa 250Nm aus dem Stand(!) aufbringen kann, das Twike 5 in etwa bei 500Nm pro Rad liegen wird. Letzteres ist auch in etwa die Menge, die tatsächlich noch über Reifen auf die trockene Straße übertragen werden kann. Jedes Nm mehr würde immer in einem Durchdrehen resultieren. Hier ein Vergleich: das höchste Drehmoment, was mein 103kW (140PS) 2,0l TDI aufbringen kann, ist in etwa bei 320Nm (aber nicht bei einer Drehzahl von 0, sondern wesentlich höher). Um die Zahlen mal eben zur Seite zu wischen: selbst das Twike 3 hat einen enormen Schub- und das mögen wir Männer doch!

Aber wie würde das Twike 3 sich mit einem Berg verhalten? Schließlich ist Wittgenstein (und auch das Sauerland, wo ich arbeite) durchzogen von wunderschönen Hügeln und Bergen.
Ich sage es mal so: es hängt davon ab.
In der Ausstattung, mit der ich mitfahren durfte, hat es mich nicht überzeugt. Aber es ist ein Leichtfahrzeug, soll heissen, es hängt wirklich extrem davon ab, wieviel kg transportiert werden müssen. Herr Moescheid wird so in etwa bei 65kg gelegen haben (schätze ich)- dieses Gewicht muss ich ja nicht „mittransportieren“, wenn ich damit alleine fahren darf. In dem späteren Gespräch haben wir auch über Akkuleistung und der Möglichkeit einer „Racing“-Software gesprochen, die kurzzeitig mehr aus dem Akku und dem Motor herausholen kann. Als ehemaliger Elektriker kann ich mir vorstellen, dass dies passt. (Siehe Strecke Fleckenberg-Jagdhaus).

Im Twike 3 gibt es einen noch ausreichenden Kofferaum, der von vorne befüllt wird. Falls man mehr Platz benötigt, wird einfach der Sitz des Beifahrers umgeklappt und man hat noch mehr Stauraum.

Das Twike 3 kann bis zu 85km/h fahren- für die Strecke zu meiner Arbeit genial, weil es schneller ist als jedes Pedelec/E-Bike, die meiste Strecke im Lennetal ist eh mit max 70km/h möglich, da Geschwindigkeitsbegrenzung- also kein Zeitverlust.

Die Lenkung geschieht hier nicht mit einem Lenkrad (das wäre ja im Weg beim Treten), sondern mit einer „Lenkstange“, mit der das Vorderrad direkt bewegt wird. Das Beschleunigen ist mit Tasten auf der Lenkstange möglich. Eine zweite Stange (links vom Fahrer) stellt die mechanische Bremse dar und dort kann man auch den Grad der manuellen Unterstützung in 5 Stufen wählen- so sind locker bis zu über 300W möglich – genial, weil ich auch immer so um 300W auf meinem Ergometer trete.
Übrigens kann das Twike auch Bremsenergie wieder zurückgewinnen (Rekupation)- entscheidender Vorteil gegenüber fast allen anderen Elektrofahrzeugen. Das spart nicht nur Akku, sondern die Bremse wird auch geschont.

Danach haben das Twike 4 Probemitgefahren- das war echt genial. Twike 4 ist ein Prototyp, der als „Vorlage“ für ein späteres Serienmodell gelten soll.  Es hat wesentlich mehr Platz als ein Twike 3 und fährt sich noch etwas anders, die zwei Hebel sind beide zum Lenken, wobei zeitweise auch mit einem Hebel gelenkt werden kann. Im fertigen Twike 5 soll es einen Kofferraum geben, der bequem von hinten beladen werden kann. Auch der Einstieg ist bequemer und im fertigen Modell wird dies noch bequemer mit niedrigem Einstieg.

Alles in allem würde ein Twike 5 mein Traumfahrzeug sein. Moment- würde? Dazu mehr im zweiten Teil.

 

 

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4 Monaten ago

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