Viermal elektrisch rund um die Welt

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Ein Twike verbraucht verbraucht nur wenig Energie. Ganze 170'000 Kilometer legte Ferdi Kaiser aus Wittnau in dem gewichtoptimierten Gefährt bereits zurück. 

Auf, ab, auf, ab. Seine Kniescheiben heben und senken sich rhythmisch, wenn Ferdi Kaiser in die Pedale tritt und durch die Plexiglasscheibe den Verkehr auf der Strasse im Auge behält. Hinten im Heck surrt ein Elektromotor. Auf dem ebenfalls mit «Tretern» ausgerüsteten Beifahrersitz kann eine zweite Person Platz nehmen.

Im gewichtoptimierten, nur fürs Nötigste ausgerüsteten 1,2 Meter breiten Dreirad ist es eng. Doch für Gepäck gibt es Platz im Heck. Der leicht herausnehmbare Beifahrersitz schafft zusätzlichen Stauraum.

Auf eine Heizung wurde bewusst verzichtet. Im Winter heisst es, sich warm anziehen und treten. Durchs Pedalen lässt sich die Reichweite um etwa 20 Prozent vergrössern. Gegen beschlagene Scheiben helfen zwei Gebläse. Das Cabrio-Verdeck lässt sich seitlich hochrollen, wenn es den Insassen zu warm wird.

Die Freude an seinem Twike ist dem 73-Jährigen noch immer ins Gesicht geschrieben, auch wenn ihm der seitliche Ein- und Ausstieg heute schwerer fällt als früher. 1997 für gut 20'000 Franken gekauft, hat dieses seither 170'000 Kilometer oder mehr als den vierfachen Erdumfang zurückgelegt. Passfahrten über den Bözberg ober über das Benkerjoch mit einer Steigung von bis zu 16 Prozent gehörten regelmässig dazu. Für 170'000 Kilometer brauchte das Fahrzeug 8500 Kilowattstunden elektrische Energie, was rund 850 Liter Benzin oder Diesel entspricht. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 85 km/h, der Preis für Wartung und Unterhalt bei 50 Rappen pro Kilometer. Die Effizienz für dieses nur 230 Kilo schwere Fahrzeug (plus 38 Kilo Akku) lässt sich sehen. Die Energie von fünf Deziliter Benzin reicht für 100 Kilometer, auch, weil Elektromotoren wenig Abwärme erzeugen und beim Bremsen Energie rekuperieren können.

Damit auch der Strom aus sauberer Quelle kommt, kam 1997 eine Solaranlage auf sein Hausdach – damals für 45'000 Franken, wobei der Bund 9000 Franken zuschoss und die Anschaffung bei den Steuern abgezogen werden konnte. «Heute kostet eine vergleichbare Anlage vielleicht 8000 Franken», schätzt Ferdi Kaiser, der rund um den nachhaltigen Einsatz von Energie seit Jahren zu den Pionieren gehört.

Sein Twike liess Ferdi ­Kaiser nur selten im Stich

Das 1986 unter anderem von Studenten der ETH Zürich erfundene und später weiter entwickelte Elektrofahrzeug mit Muskelkraftunterstützung liess ihn nur selten im Stich. Einmal blieb es beim Restaurant am Bözberg liegen und musste abgeschleppt werden. 500 Franken kostete der Ersatz der Printplatte.

Einmal war die Batterie in Frick fast leer. Nachdem Ferdi Kaiser ausgestiegen war, reichte die verbleibende Energie, um das im Schritttempo fahrende Fahrzeug über das Seitenfenster nach Hause zu steuern.

Seit einigen Jahren wird ­Twike in Deutschland produziert. Neben dem erneuerten Twike 3 – unter anderem mit Dreipunktsicherheitsgurt und breiteren Reifen – wird mit ­Twike 5 ein Dreirad entwickelt, das bis zu 190 km/h schnell sein soll.

Quelle: Aargauer Zeitung

Bildquelle:© Nana do Carmo

vor 3 Monaten

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