Weltderfertigung.de: Besser Twiken statt mühsam Biken – Zweitwagen der interessanten Art

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Die Welt des Automobils ist gegenwärtig im Umbruch. Die politische Vorgabe lautet: weg vom Verbrennungs-, hin zum Elektromotor. Da der Bau derart motorisch ausgestatteter Fahrzeuge keine besondere technische Herausforderung darstellt, ist dies eine große Chance für kleine Unternehmen, auf diesem Markt einen signifikanten Marktanteil zu erringen. Diese Chance hat auch das Unternehmen Fine Mobile GmbH erkannt, das demnächst das vorhandene Twike-Portfolio um ein größeres Modell ergänzen wird.

Fahrzeuge mit nur drei Rädern ziehen derzeit noch viele Blicke auf sich. Das könnte sich in naher Zukunft ändern, denn ein Rad weniger bedeutet weniger Gewicht und zudem weniger Rollwiderstand, was sich in einem geringeren Leistungsbedarf für den Antrieb des Fahrzeugs niederschlägt. In der Zeit des rarer und damit teurer werdenden Guts ›Energie‹ werden unser Straßenbild künftig wohl immer mehr Fahrzeuge mit drei Rädern bestimmen.

Es ist wohl nicht vermessen, wenn die Aussage getroffen wird, dass heute noch kleine Nischenanbieter schon in wenigen Jahren zu den Großen gezählt werden, da diese flexibler auf politische Vorgaben reagiert haben, als große Konzerne, die zu träge waren, neue Antriebskonzepte ohne politischen Druck einzuführen.

Große Chancen auf einen satten Marktanteil im Bereich kleiner E-Fahrzeuge kann sich das Unternehmen Fine Mobile GmbH ausrechnen, das die Twike-Reihe schon seit 1998 vertreibt. Nach dem Konkurs der Twike AG im Jahre 2002 wurden alle Rechte und Fertigungsmittel aus der Konkursmasse übernommen. Seither werden die bewährten Twike-Fahrzeuge in einer Kleinauflage von 50 Stück pro Jahr im hessischen Örtchen Rosenthal produziert. Dies könnte sich jedoch rasch ändern, wenn das neueste Modell ›Twike 5‹ im Jahre 2020 auf den Markt kommt. Aufbauend auf der Erfahrung von über 1 000 produzierten Modellen vom Typ ›Twike 3‹ wird dieses Modell ein gewaltiger Sprung in die Zukunft sein. Anstatt mit 85 km/h ist man mit bis zu 190 km/h unterwegs. Und auch die Reichweite ist für viele Zwecke völlig ausreichend: Je nach Akku-Ausstattung beträgt diese zwischen 150 und 500 Kilometer.

Interessante Konstruktion

Das Konzept der Twike-Fahrzeuge ist außergewöhnlich. Dies beginnt bereits beim gewohnten Lenkrad, das einer Art Steuerknüppel weichen musste, geht über das Gasgeben per Wahlschalter und hört bei der Möglichkeit, zusätzlichen Strom durch eine Pedalerie zu erzeugen, noch lange nicht auf. Auch dass eine gewöhnliche, seitlich aufgehende Türe gegen eine nach oben und vorne sich öffnende Haube ersetzt wurde, gehört zu den Eigentümlichkeiten eines Twike, das dadurch besonders einfach in kleinste Parklücken gestellt werden kann. Die Chance auf ein noch geringeres Gewicht der Twike-Fahrzeuge und damit einen noch sparsameren Umgang mit der elektrischen Energie hat die deutsche Bürokratie verhindert, da für die Fenster echtes Glas vorgeschrieben ist. Für den Antrieb der Twike 3 sorgt ein Drehstrom-Elektromotor, der eine Nennleistung von 3 kW besitzt. Dieser Motor wurde gegenüber dem ursprünglichen Modell verfeinert und besitzt mittlerweile einen Temperatursensor, der Temperaturen über 130 Grad Celsius verhindert, was den Lack der Motorwicklung irreparabel schädigen könnte.

Die Fertigung jeden Twike-Fahrzeugs erfolgt in bester handwerklicher Kunst, wie sie nur in einer Manufaktur zu finden ist. Um das Fahrzeug dennoch zu einem bezahlbaren Preis anbieten zu können, werden nahezu alle für das Fahrzeug benötigten Teile von externen Spezialisten bezogen. Auf diese Weise ist es möglich, die Teilequalität hoch und die Fixkosten gering zu gehalten.

Für die Montage der Einzelteile werden teils aufwendige Vorrichtungen genutzt, die selbst angefertigt wurden oder aus der Konkursmasse der Schweizer Swiss LEM AG stammen. Natürlich ist auch eigenes Know-how im Laufe der Zeit in großer Zahl in den Montageprozess eingeflossen. So ist es beispielsweise nicht trivial, die Fensterscheiben passgenau und dauerhaft mit der Karosserie zu verkleben. Dazu wird nicht nur der passende Klebstoff benötigt, sondern ist auch auf die richtige Luftfeuchtigkeit zu achten und genug Zeit im Montageprozess einzuplanen, damit der Klebstoff aushärten kann. Besonderes Wissen musste auch beim Wechselrichter eingebracht werden: Das im Twike 3 eingebaute Modell ist in der Lage, Lade- und Entladeströme zu handhaben. Für das Twike 5 kommt ein weiterentwickeltes Modell zum Einsatz, das sogar noch leistungsstärker, zudem kompakter ist. In jedem Fall gilt es, die Batteriespannung von 350 Volt zu managen, was nur mit entsprechend hochwertigen Bauteilen gelingt.

Hohe Akku-Power

Interessant ist, dass der Fahrzeug-Akku aus Modulen besteht, deren kleinste Einheit eine Rundzelle bildet, die eine Spannung von 3,6 Volt besitzt. 56 Rundzellen werden in einer Parallelschaltung von 4 und einer Reihenschaltung von 14 Zellen in einem Gehäuse zusammengefasst, was eine Gesamtspannung von 50,4 Volt ergibt. Wiederum sieben Stück dieser Module werden zu einem Akkublock zusammengefasst, der eine Gesamtleitung von 353 Volt beziehungsweise 3,5 kWh besitzt. Zwei Akkublöcke besitzen demnach eine Leistung von sieben Kilowattstunden. Damit würde ein Twike 3, dessen Motor, wie erwähnt, eine Nennleistung von drei Kilowatt hat, rund 160 Kilometer weit kommen. Im Winter kann die Reichweite rund 30 Prozent geringer sein.

Ungefähr 4 500 Ladezyklen kann ein Akku-Block verkraften, ehe er seine technische Lebensdauer erreicht hat. Bei fünf angenommenen Ladezyklen pro Woche wäre dies eine Lebensdauer von siebzehn Jahren, ehe der Akku ersetzt werden muss. Hinsichtlich der Brandgefahr von Akkus gibt die Fine Mobile GmbH Entwarnung, da deren Akkus, die vom japanischen Unternehmen Murata stammen, über Zellen verfügen, die mit vergleichsweise wenig Kobalt gefüllt sind. Der Mangangehalt ist dagegen höher. Diese Mischung soll sicherstellen, dass die Akkus sicher betrieben werden können. Die Zellen sind bis zu 80 Grad Celsius laut Hersteller problemlos betreibbar. Zusätzlich regelt eine Temperaturerfassungsroutine den Prozess herunter, wenn der Akku in einen kritischen Temperaturbereich kommt. Eine Sicherung löst zudem bereits bei 72 Grad Celsius aus, sodass ein Akku-Brand praktisch ausgeschlossen ist.

Wurden in der Twike-Anfangszeit noch Motorrad-Felgen und –Reifen benutzt, so werden mittlerweile Reifen der Smart-Automobile verbaut, die eine Größe von 135/70 R15 haben. Der Grund ist deren höhere Stabilität gegen Seitenkräfte. Für Besitzer älterer Modelle gibt es einen Umbausatz, um die größeren Reifen nutzen zu können. Lohn dieser Investition ist unter anderem eine sehr lange Lebensdauer, da diese Reifen nur einem sehr geringen Verschleiß unterliegen, das dem sanften Anfahren der elektronisch geregelten Twikes geschuldet ist. Beim Einsatz von Ganzjahresreifen ist es daher über viele Jahre möglich, auf einen Reifenwechsel zu verzichten.

Die elektronisch geregelte, stabile Bordspannungsversorgung der Twikes von 13,5 Volt kommt aber nicht nur dem Fahrkomfort zugute, sondern bewirkt darüber hinaus, dass Lampen nahezu nie durch eine Überspannung ausfallen. Was bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor durchaus zu einem echten Ärgernis werden kann, ist bei Twikes so gut wie unbekannt. Sollte der Fall eines Lampenwechsels dennoch einmal eintreten, so ist dies mühelos selbst durchführbar, da die entsprechenden Fassungen problemlos zugänglich sind. Die Reichweite der Twikes lässt sich durch die im Innenraum angebrachten Pedale um bis zu 15 Prozent steigern. Viele Twike-Fahrer nutzen dieses Feature regelmäßig, um ihre Fitness zu steigern, fahren aber auch gerne ohne Treten, wenn sportliche Betätigung nicht gefragt ist. Gelangen im Twike 3 die Pedalbewegungen mechanisch in ein Getriebe, um so die Muskelkraft nutzbar zu machen, ist diese Lösung im kommenden Twike 5 durch einen rein elektrischen Ansatz ersetzt worden. Dadurch werden viele Bauteile eingespart und so das Gewicht reduziert.

Überhaupt sind im Twike 5 viele Ideen eingeflossen, die eingefleischte Twikerianer begeistern werden. Da wäre zum Beispiel die neu konstruierte Vorderrad-Aufhängung, die es nun erlaubt, einen Reifenwechsel genauso mühelos durchzuführen, wie man es von herkömmlichen Pkws gewohnt ist. Neben der serienmäßigen Bestückung mit Pkw-Reifen ist die Konstruktion der Hinterachse ein Feature, das diesem Twike einen ganz besonderen Fahrkomfort bescheren wird. Die Ausführung der Starrachse mit einem Dreh-Schiebegelenk ist für ein Fahrzeug dieser Bauart sehr ungewöhnlich, denn in herkömmlichen Fahrzeugen wird diese Achsenbauart aus Kostengründen selten realisiert.

Es zeigt sich, dass die Twikes eine echte Alternative zu herkömmlichen Zweit- und Drittfahrzeugen mit Verbrennungsmotor sind. Angesichts der großen Zahl an Umweltaktivisten sollte es kein Problem sein, die anvisierten Stückzahlen des neuen Twike 5 zu erreichen. Nun sind die angesprochenen Bevölkerungsschichten an der Reihe, ihren Wunsch nach einer sauberen Umwelt Taten folgen zu lassen.

Quelle und Bilder: weltderfertigung.de (Seite 58)

 

 

 

vor 2 Monaten

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